... wo sind sie geblieben? So oder so aehnlich koennte die Ueberschrift des Threads lauten. Ich will mal versuchen darzulegen, warum man bisher nichts von meiner kreativ musikalischen Seite in diesem Blog finden konnte. Wobei: ist nicht dieser Blog schon kreativ genug? Naja, alte Freunde wie z.B. Dieter wundern sich warum man sogut wie nichts mehr von meiner Musik sieht oder hoert. Auch Ella, meine bessere Haelfte sagt immer wieder, ich soll doch endlich mal meine CD fertig stellen und ein paar Clips auf Youtube posten.
Also, warum mach ich da nix?
Einer der Gruende ist wohl, dass ich ein fauler Sack bin. Der Hauptgrund ist jedoch, dass es mir nicht mehr so wichtig ist. Oder: vielleicht habe ich nichts mehr zu sagen! Damit waere das Thema schon wieder erledigt.
Doch so einfach ist das nicht und ich waere nicht ich, wenn ich jetzt nicht naeher darauf eingehen wuerde. Also:
Frueher schrieb ich Songs am laufenden Band. Instrumentalnummern waren auch viele dabei. Ich verbrachte jeden Tag Stunden damit an meiner Musik zu feilen. Ich hatte Visionen, einen Traum, ein Ziel. Vieles von dem floss in meine Musik. Ich steckte meine ganze Energie in diesen kreativen Prozess und wurde am Ende mit einem Lied oder einem Instrumentalstueck belohnt. Einem Juwel, welches ich auch heute noch mit mir trage.
Ich habe immer noch Visionen, einen Traum, ein Ziel. Doch meine Prioritaeten haben sich verschoben. Da sind Verpflichtungen: so wie viele andere muss ich meine Familie ernaehren und Rechnungen bezahlen. Das tue ich als Musiker. Ich bin ein
working musician und bin stolz drauf! Waerend andere die ich von freuher kannte, heute einem geregeltem Job nachgehen und Musik nur noch nebenbei oder garnicht mehr betreiben, fahre ich die Kohle nach wie vor mit der Mucke ein. Da hat sich bei mir nichts geaendert.
Doch bin ich nicht mehr einer von denen, die jeden Tag in ihrem kleinen Kaemmerlein hocken, komponieren und mehr oder weniger am Existenzminimum leben. Das ist jetzt nicht abwertend gemeint, denn ich verstehe durchaus warum sie das tun. Ich war mal selber so einer und weiss sehr gut wie das ist. Man hat im Grunde genommen keine andere Wahl und muss das tun, was man tun muss. Der kreative Prozess ist alles was man hat, was man ist, was man will. Dagegen ist alles andere relativ unbedeutend. Dieser Prozess veraendert sich jedoch zwangslaeufig wenn man aelter wird. Das passiert nicht von jetzt auf gleich, sondern geschieht wie in meinem Fall in einem Zeitraum von sagen wir mal 20 Jahren.
Heute fuehre ich einen Lebensstandard, den sich viele herkoemmliche Musiker garnicht leisten koennen: ich fahre eine dickes Auto, lebe in einem grossen Haus, habe Tonnen von Equipment usw. Das alles muss natuerlich bezahlt werden und dafuer lebe und arbeite ich. Keine Zeit mehr stundenlang rumzuhocken und zu komponieren. Geld einfahren ist angesagt. Doch hey, was solls! Ich bereue es nicht, denn ich zehre immer noch von dem was ich frueher gemacht habe. Davon ist noch soviel uebrig, dass es mir bis zum Lebensende reicht. Zwischendurch schreibe ich ab und zu einen Song. Das macht mich immer noch happy und reicht mir. Bin mir bisher immer treu geblieben. So soll es auch bleiben!
Stoppok und andere machen es auf ihre Art, ich mache es auf meine. That's it!