Sonntag, 6. Mai 2018

Ein wunderschöner Sonntag

Sitze gerade auf unserer Terrasse mit einem Glas Rotwein, mit Ausblick auf die Berge von Taunus und genieße die Aussicht, das Panorama über den Dächern unserer schönen Stadt. Wollte wie immer auf Tour und eigentlich stand Wetzlar auf dem Programm, doch dann hatte ich einfach keine Lust. Die letzten Wochen waren ziemlich busy. Straßenmucke sieben Tage die Woche, Grundrenovierung zuhause mit allem drum und dran: der komplette Stock wird quasi grundsaniert, das Fachwerk in unserem alten Haus teilweise freigelegt, d.h. Wände wurden eingerissen, die Elektrik neu gelegt, neues Bad, der Holzboden abgeschliffen etc. Volles Programm. Handwerker aus allen Herren Ländern gehen hier schon seit Wochen ein und aus, geben sich die Klinke in die Hand. Bis auf ein paar Kleinigkeiten lief alles wunderbar. Die Jungs, allesamt gute Leute, haben hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind fast durch.

Heute war Flohmarkt bei uns. Habe mir zwei paar Levis für 15 Euro gekauft und eine davon gerade an. Passt. Es weht eine leichte Brise und aus den Kopfhörern tönt American Country Hits 2018. Ich sehe keine einzige Wolke am Himmel. Die Sonne strahlt. Ein wunderschöner Tag. Heute morgen war ich joggen bei uns im Tal. Danach Frühstück und ein bisschen rumgewerkelt. Hinterher legte ich mich aufs Sofa und schlief nochmal fast zwei Stunden. Mein Schatz hatte Frühdienst im Krankenhaus und macht gerade Heia. Wir haben es sehr schön zusammen.

Im Moment geht es mir ziemlich gut, obwohl mich schon seit Wochen eine entzündete Schultersehne plagt und ich deswegen Kortison nehmen muss. Ich bin trotzdem voll positiver Energie. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass einige Dinge klarer geworden sind. Eine Sache davon betrifft die Musik. Ich habe endlich beschlossen mit niemandem mehr zu spielen. Keine Band, kein Duo oder sonstwo. Brauch ich nicht mehr. Neuerdings fragte mich jemand: "Nenad, wo spielst du denn? Kann man dich irgendwo mal sehen? Mit wem spielst du gerade?" Antwort: "Auf der Gass in einem Trio mit dem Namen Me, Myself and I." Ich hab einfach keinen Bock mehr auf die Leute. Ähnlich verhält es sich mit Auftritten. Die Leute gehen mir nur auf den Sack. Es ist ein gutes Gefühl, wenn mich jemand fragt, ob ich da und dort auftreten möchte und ich einfach nein sage. Wenn sie mich dann noch fragen warum, sage ich, ich habe keine Lust. Punkt. Nicht, dass mir das Zusammenspiel mit guten Musikern nicht fehlt. Es fehlt mir schon sehr ... ab und zu. Doch dann denke ich mir, dass es gerade in unseren Breitengraden zu nichts führt. Vergeudete Zeit. Also kann ich getrost darauf verzichten. Ich spiele lieber mit mir selbst.

Der Tag wird noch besser: später gehen wir essen und lassen den Abend auf der Terrasse ausklingen. Morgen kommen nochmal die Elektriker und das Bad wird fertig gemacht. Denke mal, die Woche wird dann soweit alles fertig sein. Unser Zuhause ist ein Schmuckstück, ein Loft über den Dächern unserer Stadt. Jetzt wird sich der eine oder andere fragen "welche Stadt?". Tja Leute, das bleibt ein Geheimnis ...

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