Dienstag, 27. Dezember 2011

Onkel Nenads Filmtip: Burke & Hare






The infamous 19th century tale of two grave robbers (Simon Pegg and Andy Serkis) working for the Edinburgh Medical College is adapted for comedic purposes with this John Landis-helmed production. Piers Ashworth and Nick Moorcroft (St. Trinian's) penned the black comedy, which follows true-life grave-digging murderers William Burke and William Hare as they do their damning deeds in Edinburgh, Scotland. - Jeremy Wheeler, Rovi


Praedikat: Ganz nach meinem Geschmack!

Freitag, 23. Dezember 2011

Ennis Town - Share The Feeling

Ennis Town - Share The Feeling from Gavin Gallagher - Dreamcatcher P on Vimeo.

...
Well done Gavin!

Irland ist schoen

... lese ich immerwieder auf Blog-Seiten ansaessiger Kekspats. Ist schoen und gut. Nur manchmal kommt es mir vor wie ein Mantra, das sie sich gegenseitig vorbeten. Was tut man nicht alles, um sich diese Kackinsel schoen zu reden ...

Merry Xmas and a happy 2012 (Scheiss auf die Mayas!)

Dazu einen Zweizeiler, den ich eben im www gefunden habe:
If water were vodka an i were a duck id dive to de bottom n never cme up. Since water.s not vodka an Im not a duck slide me a bottle n shut de f@#k up!
Ich trinke zwar kein Vodka, wuensche aber trotzdem ein frohes Weihnachtsfest und 'nen guten Rutsch! In diesem Sinne ...

Freitag, 16. Dezember 2011

Smokeless Fuel




Kleines Update in Sachen Smog: als ich eben Kohle bestellen wollte sagte man mir, dass man im Moment nur noch smokeless fuel bekommen koennte. Auf deutsch: rauchlose Kohle. Das Ennis-Council beschloss diese Regelung, um weiterm Smog vorzubeugen. Sehr gut, kann ich da nur sagen! Endlich mal eine gute und vor allem sinnvolle Massnahme. Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung fuer dieses Land ...

An den Wanderer: lieber Markus, bezogen auf Deine letzte email - ich meinte nicht Brikettfahnen (so wie Du es verniedlichend ausdrueckst), sondern S-m-o-g! Ok?

Dienstag, 13. Dezember 2011

Montag, 12. Dezember 2011

Sonntag, 11. Dezember 2011

Terrorism of a different kind ...

... or should I say: The real kind of terrorism?


The Whistleblower Jonathan Sugarman (click the picture!)

Give a man a gun and he can rob a bank, give a man a bank and he can rob the world ...

Donnerstag, 8. Dezember 2011

"Rain, rain, rain ...



... the story of our life!" hoerte ich eine aeltere Frau sagen, als sie letzte Woche an mir vorueber ging. Seit sieben Tagen haben wir Alptraumwetter. Das Wetter auf dem Bild koennte man da noch als schoen bezeichen. Ist zwar nix neues aber immerwieder erwaehnenswert: Irland = Scheisswetter.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Irish Traveller - Teil II


Dale Farm

Als Ella letztes Jahr einen Kurs in childcare (Kinderbetreuung) belegte, musste sie auch ein Art Praktikum machen. Dazu arbeitete sie drei Monate in der relativ neuen crèche Clare Family Resource Centre in der Watery Road. Zusammen mit Betreuerinnen aus Irland, Polen und Afrika kümmerten sie sich um Kinder aller Nationalitäten im Alter von 3 Monaten bis 5 Jahren. Darunter gab es auch Traveller-Kids.

Diese crèche wurde vor ein paar Jahren neu gebaut ... und steht genau neben ein paar alten Häusern, die von Travellern bewohnt werden. Gleich daneben und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinden sich brachliegende Grundstücke wo Traveller ihre Pferde halten. Die Öffnungszeiten der crèche sind 8.00 - 17.30 Uhr und oft war es so, dass Traveller ihre lieben Kleinen punkt 8 Uhr dort ablieferten und abends eine halbe Stunde zu spät um 18.00 Uhr wieder abholten. Verpflegung, Windeln, Schuhe und Ersatzklamotten müssen die Eltern schon selber mitbringen. Zwischendurch hatten die kleinen jedoch außer einer Packung weißes Toastbrot nichts zu essen. Es gab auch keine Ersatzwindeln, d.h. wenn mal so ein Zwerg sich in die Hose machte, musste er den ganzen Tag in der dreckigen Windel rumlaufen. Täglich bekamen die Mütter abends eine Standpauke darüber gehalten, dass ihre Kinder besser versorgt werden müssten. Sie hörten sich das mit stoischer Miene an und am nächsten Tag war alles wieder so wie vorher.

Eine der Familien wohnte direkt neben der crèche. Wenn die Kinder draußen spielten und der Junge seine Mutter sah, brach er in Tränen aus. Die Mutter kümmerte das kein bisschen. Draußen spielen bedeutet sich im Schlamm suhlen, während die Betreuerinnen drummherum stehen und zugucken. Drinnen behalten die Kinder ihre Schuhe an. Es gibt keine Teppiche, Kissen oder Sitzecken wo man sich gemütlich mit den Kindern beschäftigen könnte. Die Kinder stehen, laufen, sitzen, liegen auf blankem Parkettfußboden. Die Betreuerinnen stehen drummherum.

Vor und nach dem Essen wurden den Kindern nicht die Hände gewaschen. Zu essen gab es wie gesagt das, was die Eltern mitbrachten. Am besten verpflegt waren Kinder aus Afrika und Osteuropa mit belegten Broten, Gemüse und Obst. Am schlechtesten die irischen- und Traveller-Kinder. Sie aßen all das, was man als Kind nicht essen sollte: trockenes, weißes Toastbrot, chinesische Nudeln ohne irgendwas, Süßbapp. Selbst von den Betreuerinnen wurden die Kleinen mit Süßbapp gefüttert, nämlich als Belohnung. Wenn sie nicht hörten, gab es kein treat!

Wie gesagt, das sind Kinder im Alter zwischen 3 Monaten und 5 Jahren. Ella brach es fast das Herz. Sie musste sogar einmal die crèche wechseln, weil sie die Zustände nicht ertragen konnte. Nach deutschen Maßstäben ist das Entwicklungsland. Von außen betrachtet sehen die neuen Kindergärten cool aus. Was jedoch drinnen abgeht ist eine andere Sache.

Zurück zum Thema: Traveller-Kids wird schon von klein auf beigebracht stolz auf ihre Herkunft zu sein. Der kleine Anthony sieht aus wie sein dad: Militärhaarschnitt, coole Jeans, karriertes Hemd über der Hose, Timberland-Boots. Die kleine Rebecca sieht aus wie eine Prinzessin. So sehen sie aus wenn die Eltern Geld haben und sich um sie kümmern. Wenn nicht, läuft Anthony in einem zerfledderten Trainingsanzug durch die Gegend, Hose in die Socken gesteckt mit zerfetzten Turnschuhen. Rebecca trägt irgendeinen Fetzen aus Penneys. Zu essen gibt es in der Regel Pommes oder Süßbapp aus dem €2 Shop. Es ist ja nicht so, dass sie ihre Kinder nicht lieben. Sie lieben ihre Kinder über alles. Doch das Leben eines Travellers ist hart und so ist das leben ihrer Kinder. Oft überlässt man sie sich selbst, so ganz nach dem Motto: "Ah, he'll be alright!" Ähnlich verhält es sich bei armen irischen Familien.

Das Böse ist immer und überall ...



... vor allem bei Harry Potter und Yoga! So sieht es jedenfalls der Oberteufelsaustreiber Father Gabriele Amorth, the official exorcist of Vatican City. Was bin ich froh, dass wir heute in einer aufgeklärten Zeit leben. Bisher wurden fast 1.000 Kommentare zu diesem Artikel geschrieben ... lesenswert!


Mittwoch, 30. November 2011

Dienstag, 29. November 2011

Irish Traveller - Teil I


Irish traveller 1946


Irish traveller heute


Eines vorneweg: Ich hab absolut nichts gegen Irish Traveller. Ich bin aber auch nicht gerade ein Fan von ihnen. Faszinierend finde ich sie allemal!

Ich will jetzt hier auch nicht einen auf Experten machen. Wer mehr über Traveller wissen möchte kann es hier nachlesen. Dabei sollte man sich das mit der DNA auf der Zunge zergehen lassen ...

Mir geht es vielmehr darum zu erzählen was wir in Sachen "Traveller" schon erlebt haben. Dabei ist es natürlich ein Unterschied, ob man sie nur ab und zu mal sieht oder ob man in ihrer unmittelbaren Nähe lebt.

Seit wir in Dun Na Hinse wohnen, sind Traveller unsere Nachbarn. Das Viertel hat einen schlechten Ruf, da hier früher vorwiegend Traveller-Familien lebten. Viele von ihnen sind weitergezogen und jetzt lebt nur noch eine Familie hier. Diese Familie soll angeblich dafür verantwortlich sein, dass alle anderen weggezogen sind. Im Dokumentarfilm Bare Knuckle spielen die Joyces auch eine Rolle. Ich kümmere mich um eines ihrer Ponys. Die irischen Hausbesitzer, die hier im Viertel leben setzen sich dafür ein, dass die anderen Hausbesitzer, die hier nicht leben an keine Traveller mehr vermieten.

Traveller sind stolze Leute, denn Stolz ist oft eines der wenigen Dinge, die ihnen noch geblieben sind. Stolz, Tradition und Religion. Familienfehden sind ein Teil der Tradition. Obwohl sie mehr oder weniger alle miteinander verwandt sind, bekämpfen sie sich bis aufs Blut. Nicht nur Mann gegen Mann, sondern auch Frau gegen Frau. Wenn man das live mitbekommt, hat man das Gefühl, man wäre irgendwo in einem schlechten Film gelandet. Gleich am ersten Tag als wir hier einzogen, kämpften abends zwei Frauen und rissen sich gegnseitig die Haare und Klamotten vom Leib!

Solange man sich nicht einmischt oder ihnen dumm kommt, lassen sie einen in Ruhe. Macht man den Fehler zu glauben sie wären dumm und behandelt sie respektlos, hat mein ein Problem. Will man sie irgendwie belehren, ist man ein wise arse, ein Klugscheißer und man hat ebenfalls ein Problem. Am besten lässt man sie ganz in Ruhe.

Problematisch wirds manchmal mit ihren Kindern und Jugendlichen. Ein irischer Freund sagte mal, dass die Eltern alles daran setzen aus ihren Kindern ein pain in the arse zu machen. Ein anderer sagte, sie wären fearless. Beides trifft mehr oder weniger zu, denn Kindererziehung und Pädagogik ist in ihrer Tradition nicht enthalten, jedenfalls nicht so wie wir es kennen. Einmal wurde ich in der lane von ein paar greenhorns blöd angemacht. Einer davon war ein Traveller dessen Vater im Knast saß, weil er einem Nachbarn ein Messer in den Hals rammte nachdem dieser seinem Sohn eins hinter die Löffel gegeben hatte. Die Jungs machten sich einen Spaß daraus mich zu verarschen. Ich zog mir das ein paar Wochen rein bis mir der Kragen platzte. Anhand der Schuluniform konnte ich erkennen welche Schule sie besuchten und ging dorthin, um mich zu beschweren. Da ich ihre Namen nicht kannte zeigte mir der Schulleiter ein paar Bilder der üblichen Verdächtigen. Die Jungs waren dabei. Als der kleine Traveller vor uns stand lachte er uns nur aus. Daraufhin wurde er für eine Woche suspendiert. Ich sagte, dass ich ihm das nächste Mal eins hinter die Löffel geben würde. Seine Antwort: "My father will knock you down!" Der Vater wurde darufhin zur Schule bestellt und war garnicht pleased. Am nächsten Tag lief der Kleine mit einem blauen Auge an mir vorbei und sah ziemlich unhappy aus, dass er mir fast schon wieder leid tat.

Man sollte nämlich wissen: die Traveller respektieren mich, da ich ein busker bin. Einer, der so wie sie am Rande der Gesellschaft lebt. So sehen sie es zumindest. Da kann es natürlich nicht sein, dass einer ihrer Jungs mich blöd anmacht, zumal sie ja ständig davon reden von der Gesellschaft diskriminiert zu werden. Dabei kommt es auch darauf an, wie man ihnen gegenüber steht. Hätte ich dem Jungen eins hinter die Löffel gegeben, wäre noch am gleichen Tag sein Vater bei mir aufgetaucht.

Es leben ung. 5 Traveller-Familien in Ennis. Jeder kennt sie. Ich hatte schon mehr oder weniger mit allen zu tun. Als ich nach Irrland kam, hatte ich keine Ahnung wer oder was Traveller sind und legte mich mit ihnen in der lane an. Bei einer Beerdigung kam es einmal fast zur Schlägerei. Damals knöpfte ich mir auch die Kinder vor als sie versuchten mir mein Geld zu klauen und schüttelte sie durch. Komischerweise wurde ich danach respektiert und freundlich gegrüßt.

Dabei muss man unterscheiden können zwischen Travellern und irischen Asozialen, die eben keine Traveller sind, sich aber gerne als solche geben und mit ihnen anfreunden, so ganz nach dem Motto gemeinsam sind wir stärker. Sie werden niemals richtig akzeptiert. Selbst für Traveller sind irische Asoziale einfach nur scumbags. Einmal trat ich so einem scumbag in den Arsch und wurde dafür verhaftet und in Handschellen abgeführt. Hinterher kamen u.a. auch Traveller zu mir in die lane, um mir zu gratulieren und die Hand zu schütteln. Einer sagte sogar: "You are a real gentleman!" Das war vor vier Jahren. Seitdem nennen sie mich the german busker.

Es geht um Ehre. Wird man von ihnen blöd angemacht (was relativ selten vorkommt), muss man seinen Mann stehen ohne gleich beleidigend zu werden. Ich habe schon in Pubs gespielt, die waren voll mit Travellern und hatte nie Probleme. Sie benahmen sich freundlich und höflich. Im Vergleich dazu machte ich mit normalen Iren ganz andere Erfahrungen.

Montag, 28. November 2011

Heizöl

... ist der andere Dauerbrenner in Irrland. Dabei verhält es sich bei den meisten Häusern folgendermaßen:

Die Ölbrenner stehen entweder im Haus oder außerhalb. Egal wie, der Knackpunkt ist der Auspuff! In unserem ersten Haus, das wir bewohnten stand der Ölbrenner im Stauraum, direkt neben der Küche. Das Auspuffrohr ging gleich neben dem Brenner durch die Wand nach außen. Der Hit an der ganzen Sache ist, dass die Abgase ung. 1.50m über dem Boden in die Luft geblasen werden, während gleichzeitig an gleicher Stelle Frischluft angesaugt wird, damit der Brenner überhaupt läuft. Beudeutet, dass wenn man draußen in der Nähe steht, das Zeug voll einatmet.

Doch dann passiert noch was anderes. Wenn der Wind z.B. die Abgase direkt wieder durch die Frischluftzufuhr hineinbläst (was ziemlich oft passiert), geht der Brenner mit der Zeit kaputt, da er von innen verrußt. Gleichzeitig hat man die Abgase im Haus! So geschehen im ersten Haus. Manchmal dachten wir, wir hatten ein Auto mit laufendem Motor im Raum neben an. Der Gestank war nicht zu ertragen.

Im zweiten Haus stand der Brenner ebenfalls drinnen. Ich zog sicherheitshalber den Schlauch von der Frischluftzufuhr am Gerät ab. So saugte der Brenner seine Luft aus dem Raum und nicht von draußen. Es funktionierte. Wir hatten keine Abgase im Haus.

Idealerweise steht so ein Brenner draußen im Verschlag. Trotzdem hat man nach wie vor das Problem mit den Abgasen und dem Ruß. Früher oder später macht jeder Brenner die Grätsche.

Jetzt wird mancheiner sagen: bau doch einen Schornstein und die Abgase werden nach oben abgeleitet während weiter unten die Luft angesaugt wird. Das gibt es auch und kostet nicht viel. Das Problem hierbei ist jedoch, dass sich im Schornstein so eine Art Kondenzflüssigkeit bildet, die dann zurück in den Brenner sickert. Zack, geht das Ding wieder kaputt.

Das Ganze kann unter Unständen ziemlich ätzend werden und wenn man keinen guten Klempner kennt, hat man ein Problem. Da wird bei einer Reparatur schon mal das ganze Teil auseinandergenommen und neue Ersatzteile eingebaut. Die Kosten dafür gehen in die Hunderte! Manchmal ist nix mehr zu machen und ein neuer Brenner muß her. Die neuen Geräte arbeiten besser, sind aber auch teurer. Nicht jeder Hausbesitzer ist bereit soviel Geld auszugeben und man nutzt das alte Teil so lang es nur geht.

Unser jetziges Haus schießt jedoch alles bisher dagewesene ab: der Brenner steht draußen an der Küchenseite unter dem Fenster ... nackt den Witterungsverhältnissen ausgesetzt! Das Ding steht sozusagen schutzlos im Regen!! Als wir einzogen war's kaputt. Der Öltank steht ein paar Meter weiter. Da fehlte wiederum die Verschlusskappe und es regnete hinein! Sobald der Brenner Wasser statt Öl ansaugt, ist er hinüber! Bevor ich nicht das Wasser aus dem Tank bekomme, können wir nicht heizen.

Ihr lieben, deutschen Irrlandfreunde da draußen. Ihr Träumer. Lasst euch vom lieben Nenad folgendes sagen: in diesem Land ist sogut wie alles wrong, stupid and fucked up! Ich könnte zig Beispiele aufführen ... und das werd ich auch. Natürlich werden die meisten von euch sagen, dass das völliger Unsinn ist und an den Haaren herbeigezogen. Is' ja klar. Die meisten von euch kommen hierher, laufen ein bisschen rum, haben im Grunde sogut wie nix gesehen und hauen dann wieder ab. Ist ja auch nicht weiter tragisch. Absurd wirds allerdings wenn irgendso ein Arschloch durch die Gegend wandert und den Leuten einen Scheiß vormacht, von wegen die Weiten der irischen Landschaft, die frische Luft blablabla. Ein Touristenverführer sozusagen. Fuck this ... das ist nicht die Realität!

Und welches Arschloch hat denn den Spruch "Irland, die grüne Insel" erfunden?! Dafür müsste man ihm oder ihr stundenlang in den Arsch treten! Bullshit ...

Kohle

Es geht jetzt nicht um Geld, sondern um Kohle. In Irrland wird vorwiegend mit Öl, Kohle und Torf geheizt. Holz ist eher Mangelware und wird meist nur zum Anheizen gebraucht. Warum ich das schreibe? Weil ich vorhin das Fenster aufgemacht habe und dachte, ich wär irgendwo im Ruhrpott gelandet: vom Schornstein im Haus gegenüber kam Rauch rübergeweht und der ganze Parkplatz war eingehüllt in Rauchschwaden. Ich machte das Fenster wieder zu.

Wenn es Winter wird in Irrland dann gibt es auch wieder Smog. Über den Städten hängt abends eine Dunstglocke wie bei den Nebeln von Avalon. Viele Irren nutzen auch die Gelegenheit und schmeißen ihren Plastikmüll mit in den Kamin. So spart man bei der Müllabfuhr. Beim Gang die Straße runter kann man dann raten, ob das was da so stinkt verbranntes Plastik, Gummi oder Essensreste sind.

Natürlich gibt es auch hier Alternativen, wie z.B. das Heizen mit Holzpallets oder gar Elefantengras. Doch was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Diejenigen, die es kennen nutzen es trotzdem eher nicht, weil sie befürchten, dass sie mit hohen Preisen der Anbieter übern Tisch gezogen werden. Was ja auch durchaus verständlich ist. Bei Kohle und Öl weiß man was es kostet und stellt sich darauf ein. Fertig.

Und so smogt man fröhlich weiter vor sich hin. Obwohl der Atlantik nur 30 Kilometer weit entfernt ist und manchmal die Möven über unserem Dach kreisen, erfreut man sich der Meeresluft im Winter eher selten.

Wir heizen im Moment nur mit Kohle und Holz. Einmal die Woche beliefert uns ein Pole mit 40kg polnischer Kohle und zwei Säcken Holz. Sollte es kälter werden, brauchen wir mehr. Öl ist im Moment für uns nicht drin. Der Kamin feuert abends was das Zeug hält. Ist ein idyllisches vintage feeling mit so einem Kamin ... wie in Deutschland vor ung. 100 Jahren oder während meiner Kindheit in Kroatien.

So tragen auch wir schön zum Smog bei ...

Hab mal gehört, dass Irrland was Asthma und Lungenkrebs angeht in Europa ziemlich weit oben steht. Würde mich nicht wundern ...

Sonntag, 27. November 2011

Samstag, 26. November 2011

HP - on and off situation



Das ist mein HP DV 9000 Laptop. Ich liebe meinen HP ... wenn er funktioniert! So langsam glaube ich, das Ding hat eine Seele. Nachdem er rund zwei Wochen nicht funktionierte, geht er jetzt wieder!

Dafür hat sich die andere alte Gurke verabschiedet. Hardware-Fehler. Und das nachdem ich €160 in 4GB RAM, Webcam und Kabel investierte! Als dann also beide Teile (der HP und die alte Gurke) nicht mehr gingen, blieb uns nix anderes übrig als was neues zu kaufen. Zufällig flog uns ein flyer in die Hände mit einem guten Angebot: Toshiba 15.6'' HD LED Laptop - iCore3 - 8GB Ram - 500GB HDD - €499. Ich kratze 500 Kröten zusammen und fuhr mit dem Fahrrad zu dem Laden ... im strömendem Regen, versteht sich. Dort angekommen stellte sich dann heraus, dass die im flyer angebotene Ware überhaupt noch nicht verfügbar ist! Der Lieferant hätte schon letzte Woche kommen sollen, der Liefertermin wurde verschoben etc.

Nachdem ich dann pitschnass und mit leeren Händen wieder zuhause war setzte ich mich vor meinen Studiolaptop und und überlegte mir eine Lösung. Ich tippte bei Google folgendes ein: HP dv9000 black screen. Prompt bekam ich 155.000 Ergebnisse! Eines davon war ein clip auf Youtube: HP DV9000 blank screen fix! Da wird auf wunderbare Art und Weise beschrieben warum die Dinger kaputt gehen und wie man sie wieder repariert. Ein Schmankerl der ganz besonderen Art gerade für diejenigen, die das Problem haben. Die Kommentare dazu sollte man sich auch nicht entgehen lassen! Dort fand ich auch einen link für eine Petition gegen HP und unterschrieb natürlich.

Als ich dann abends versuchte bei der Firma in Florida anzurufen, bekam ich außer dem Anrufbeantworter niemanden ans Telefon. Ich überlegte mir doch tatsächlich den HP zwecks Reparatur dort hinzuschicken. $125 plus Fracht wäre immer noch billiger als ein neuer Laptop.

Zwischendurch versuchte ich immerwieder meinen Patienten neu zu beleben. Wenn es mir mal gelang, verabschiedete er sich nach ein paar Minuten wieder. Das Ganze war ziemlich frustrierend. Irgendwann hatte ich die Schnauze gestrichen voll und sagte dem Teil lebewohl. Der Toshiba sollte es sein. Fertig, aus und Ende.

Am nächsten Tag versuchte ich es jedoch nochmal. Und was soll ich sagen, seitdem läuft er einwandfrei! Ich habe noch die neuesten Grafiktreiber installiert und das Ding flutscht wie geölt!

Die alte Gurke steht wieder da wo sie vorher stand: oben im Sudio unterm Schreibtisch ... mit den neuen 4GB Ram und einer Webcam!

Fucking hell ... jetzt weiß ich nicht, ob das eine Dauerhafte Lösung ist. Wie lange läuft der HP? Soll ich den Toshiba trotzdem kaufen? Das Leben ist hart!

I hold my breath ...

Freitag, 25. November 2011

Keine Vordächer in Irrland

Eines der vielen Dinge, die mich an Irrland faszinieren ist die Tatsache, dass es hier so gut wie keine Vordächer an Geschäften oder Häusern gibt. Dabei wäre es gerade in diesem Land sinnvoll. Man lässt die Leute quasi im Regen stehen. Das kann u.U. ziemlich annoying werden, da es hier fast immer regnet. Die Leute verkriechen sich dann in Hauseingänge oder wo es gerade geht. Zum Vergleich mal Bilder einer deutschen- und einer irischen Füßgängerzone:


Leverkusen-Opladen


Grafton Street Dublin

Ich mein, wovor haben die irischen Architekten Angst? Dass den Leuten beim schweren Regen oder Sturm die Vordächer auf den Kopf fallen? Zu teuer oder sind sie einfach nur zu blöd die Dinger zu bauen?

I don't know ...

btw: Man hat mir Mal erzählt wozu diese Alkoven in den Geschäftseingängen dienen bzw. früher dienten. Nicht etwa zum Schutz gegen Regen. No sir! Die Leute stellten sich dort bei Rattenwanderungen unter! Das passierte nicht jeden Tag, sondern nur ab und zu. Man muss sich das mal vorstellen: man steht da und sieht zu wie tausende von Ratten an einem vorbeiziehen! Lecker ...

Donnerstag, 17. November 2011

Rugby

Rugby kann manchmal sooo schön sein ...

Mittwoch, 16. November 2011

I'm back!

Nachdem auch mein zweiter HP-Laptop die Grätsche gemacht hat, musste ich für ein paar Tage Internet-Auszeit nehmen. Jetzt habe ich eine andere, alte Gurke von Computer wieder flott machen lassen und bin wieder unter den Lebenden. Interessant ist, dass die alte Gurke ein Billigteil ist, gekauft vor ung. 7 Jahren für rund €300. Der HP hat im Vergleich dazu ein Vermögen gekostet und sich nach 5 Jahren entgültig verabschiedet. Es geht noch nicht Mal ein "out of warranty repair", da laut HP-UK keine Ersatzteile mehr für dieses Teil vorhanden sind. Selbst wenn, hätte die Reparatur €340 gekostet! Für das Geld kann ich mir auch einen neuen Laptop kaufen! Witzigerweise wollte mir der Sachbearbeiter am Telefon gleich einen neuen HP andrehen. Ich habe dankend abgelehnt: Nie wieder HP!

Was ist sonst noch so passiert die letzte Woche?

Wir hatten drei Tage Trad-Fest. Die lokale Trad-Gemeinde führte sich Mal wieder auf als wären sie Rockstars. Die Trad-Touristen habe ich Samstags früh um 10.00 Uhr mit Highway To Hell aus dem Hotelbett geworfen. Danach warfen sie mir im Vorbeigehen Blicke zu, die hätten töten können! Für die restlichen locals war es wieder ein gute Gelegenheit sich die Kante zu geben: bei einer Party klemmte sich jemand die Fingerkuppen in der Tür ab und ging danach einfach nach Hause. Man fand die Teile später auf dem Boden und machte Fotos für Facebook. Am nächsten Tag im Krankenhaus bekam der Fingerkuppenlose einen Anschiss, weil er Nachts im Schlaf hätte verbluten können. Seine Freundin meinte jedoch beruhigend, er müsste sich keine Sorgen machen: die Finger würden schon wieder nachwachsen!

Das schöne Wetter ist anscheinend zu Ende: November-Rain ist angesagt.

btw: der Verzicht auf Internet bewog mich wieder mehr dazu abends ins Studio zu gehen, um an meinem neuen Album zu arbeiten. Hatte also auch was Gutes ...

Samstag, 12. November 2011

Donnerstag, 10. November 2011

Traumhaftes Wetter!



Seit einer Woche haben wir geradezu traumhaftes Wetter. Für November-Verhältnisse unglaublich! Hoffentlich bleibts noch eine Weile so ...

Sonntag, 6. November 2011

You aint seen nothin' yet!







Die Woche nach Halloween war noch bekloppter als Halloween!

Dienstag: Stehe in der AIB mit meinem unkomplettiertem Kleingeld (den Unterschied zwischen komplettiertem und unkomplettiertem Kleingeld erklärte ich bereits hier), als mich die Dame am Schalter zu sich winkt und sagt:

"Sie erinnern sich, dass ich ihnen letztes Mal €1.40 und da davor €1.25 für ihr Kleingeld berechnet habe?"

Ich nicke und wundere mich darüber, dass sie das noch so genau weiß. Ich mach mich schon darauf gefasst, was als nächstes kommt als sie sagt: "Nun, wir schulden ihnen €2.65, da ich ihnen nichts hätte berechnen dürfen! Allerdings müssen sie in Zukunft ihr Kleingeld woanders hinbringen. Oder sie eröffnen ein Konto bei uns ..."

Für den Bruchteil einer Sekunde knirscht es in meinem Hirn. Ich denke, hier ist doch was faul und sage: "Schön ... und was ist mit dem Geld das sie mir in den letzten sieben Jahren dafür berechnet haben?"

Sie schaut ratlos und sagt: "Ich hole unseren Abteilungsleiter, bin gleich wieder da."

Ich warte und frage mich, was ist denn das wieder für ein bullshit?! Seit sieben Jahren wurde mir für das Zählen meines unkomlettierten Kleingelds was berechnet, nicht nur bei der AIB, sondern auch bei der Irish National. Wo ist jetzt das fucking Problem?!

Kommt die Vorgesetzte, lächelt mich an und wiederholt genau das, was ich vorher schon zu hören bekam. Deshalb stelle ich genau die gleiche Frage nochmal.

Sie sagt: "Ehrlich gesagt weiß ich das nicht aber die Zeiten ändern sich. Früher war es warscheinlich ok, dass wir ihnen was berechnet haben, heute nicht mehr."

Und genauso liebe Leute, funktioniert das Bankgeschäft in Irrland: früher war es ok, dass man die Leute über den Tisch gezogen hat, heute nicht mehr! Naja, jedenfalls nicht mehr so oft wie früher, denn dafür fehlt den Leuten schlichtweg das Geld. Dafür werden die Schulden heute umstrukturiert und neue, teilweise höhere Zinsen berechnet. Nicht zum ersten Mal frage ich mich, warum ich kein Bankräuber geworden bin!?

Obwohl überall Kleingeld rumliegt schreibt mir die Dame am Schalter einen Scheck in Höhe von €2.65 aus. Auf dem Weg nach draußen zerreiße ich das Teil.

10 Minuten später stehe ich in meiner Bank und händige einer anderen, netten Dame mein Kleingeld aus, mir wohl bewusst, dass sie wahrscheinlich die unvollständigen Päckchen nicht annehmen wird. Doch siehe da, sie nimmt sie! Zuerst legt sie die die vollständigen Päckchen auf die Waage und schreibt sich die Beträge auf. Danach zählt sie das Kleingeld der unvollständigen Päckchen ... per Hand! Als ich sie frage warum sie diese nicht auch auf die Waage legt, antwortet sie: "Dafür ist die Waage nicht akurat genug." Dabei fallen ihr beim Zählen immer wieder einzelne Münzen auf den Boden, die sie einfach liegen lässt! Soviel zu akurat ...

Nachdem ich dann meine Rechnungen bezahle, kann ich endlich gehen. Die ganze Choose dauerte ung. eine Stunde. In Deutschland schmeißt man das komplette Kleingeld in ein Zählwerk und gut is'. Obwohl es hier auch solche Zählwerke gibt, hat nicht jedes Bankinstitut eins. Dafür haben sie Geldwaagen, aber bei meiner Bank funktioniert noch nicht mal diese akurat. AIB hat ein Zählwerk und ich überlege mir ernsthaft, ob ich nicht alleine deshalb dort ein Konto eröffnen soll.

Donnerstag: Als ich gegen 16.00 Uhr mit meinen vier Hundis aus der Haustür gehe, kommen uns die vier Jack Russel Mischlinge von gegenüber kläffend entgegen. Während sie uns kreisend umlaufen drehen meine Köter durch: Mika hat sich in seiner Leine verfangen und ich schaff's gerade noch so ihn zu entwirren, ohne ihn zu strangulieren!

Die vier Russels gehören einer Traveller-Familie und sind neu hier in der Gegend. Vor kurzem gab es da zwei andere von der Sorte, die aber über Nacht verschwanden. Während Herrchen noch im Knast saß, suchte das Frauchen nach ihnen, blieb aber erfolglos. Die zwei Hundis waren weg. Als Herrchen aus dem Knast entlassen wurde, besorgte er kurzerhand vier neue. Genauso wie die davor, leben diese Tag und Nacht draußen bei Kälte, Wind und Regen.

Während uns also die vier Russels umkreisen, steht Herrchen ein paar Meter weiter und pfeift vor sich hin. Ich ziehe meine vier Kandidaten mit Gewalt und einhändig hinter mir her. Sie hängen an einer Viererleine. In meiner linken Hand habe ich eine Ballschleuder und eine Gallone Wasser fürs Pferd. Auf der Wiese lasse ich alle Vier von der Leine und atme erst Mal tief durch!

Das Pferdchen steht ung. hundert Meter weiter und wiehert uns freudig entgegen. Plötzlich sehe ich Bewegung im hohen Gras. Katzen, denk ich mir. Auch meine Hundis haben sie erspäht und gehen zum Angriff über. Die Katzen sind überraschenderweise nicht schnell genug. Als sie eingeholt werden fangen sie an zu kläffen und zu jaulen. Ich renne so schnell ich kann und als ich näher komme sehe ich was los ist: die Katzen entpuppen sich als kleine Hunde! Mika, unser Satfford-Bullterrier ist außer sich! Hätte er keinen Maulkorb angehabt, wäre von den beiden Kleinen nicht viel übrig geblieben! Ich muss ihn wegziehen und verpasse ihm einen Schlag, damit er sich beruhigt. Die beiden Kleinen, ein Yorkshire und ein Terriermischling kauern zitternd im Gras. Sie sind ganz allein hier unten, vom Besitzer weit und breit keine Spur.

Ich nehme beide auf den Arm. Sie sind klitzeklein, haben keine Halsbänder, der Yorkhire nicht älter als ein Jahr und Foxy gerade mal ein paar Monate. Meine vier Rabauken umkreisen uns kläffend und als wir beim Pferdchen ankommen, schnuppert dieses neugierig an dem was ich da im Arm halte. Dabei beist Yorkshire dem Pferdchen in die Schnauze! Pferdchen geht auf die Hinterbeine hoch und ich werde fast von einem Vorderhuf erwischt. Alle sechs Hunde bellen jetz wie verrückt, das Pferdchen nimmt reißaus, meine Hunde hinterher! Ich steh da und schaue hinterher. Plötzlich kommen von oben drei Traveller-Kids runtergelaufen. Und auf einmal fällt mir ein, dass ich erst vor kurzem diese zusammen mit dem kleinen Foxy gesehen habe!

Ich brülle: "Sind das eure Hunde?!"

Es stellt sich jedoch heraus, sie sind es nicht, sondern gehören zu einer anderen Familie. Anscheinend wurden die Hündchen auf der Wiese ausgesetzt. So ganz nach dem Motto, irgendjemand wird sie schon mitnehmen. Als ich die Jungs bitte, die Hündchen zu übernehemen weigern sie sich zuerst, nehmen sie dann aber doch mit. Endlich kann ich mich um das Pferdchen und meine Hunde kümmern.

Viel später tut es mir dann leid. Um 23.00 Uhr im Schlafzimmerbett liegend, hören wir sie in der Ferne kläffen! Am nächsten Morgen finde ich bei Facebook Bilder gepostet vom Ennis Dogpound. Es ist Foxy (siehe Bilder oben). Man fand ihn irgendwo, mitten in der Nacht. Von Yorkshire keine Spur ...

Was das Pferdchen angeht mache ich mir Sorgen. Die o.g. Traveller-Jungs kamen eines Tages und klopften an unsere Haustür. Sie fragten, ob ich nicht das Pferdchen kaufen wollte. Ich würde mich doch so gut darum kümmern und für €150 könnte ich es haben. Ich lehnte bab. Kurze Zeit später erzählte mir einer der Jungs, dass sie es wahrscheinlich zum Schlachter bringen würden, da es keiner haben wollte. Da würden sie wenigsten ein paar Euro dafür bekommen!

Auch Herrchen mit seinen vier Russels von gegenüber, machte mir ein Angebot: obwohl das Pferdchen ihm ja garnich gehört, wollte er €50 dafür!

Ich werde deshalb kommende Woche zum Dogpound gehen und mit Frankie reden. Vielleicht hat er ja eine Idee. Nach einem halben Jahr ist mir das Pferdchen ans Herz gewachsen. Eigentlich betrachte ich es schon als meins. Aber was passiert wenn ich es den Travellern wirklich abkaufen sollte? Darüber will ich mit Frankie reden.

Als ich das alles einem irischen Bekannten erzählte meinte er folgendes: "Wie lange bist du schon hier? Sieben Jahre? Wenn du zwanzig jahre hier bist, wirst du nur noch über dich selber lachen! Oh my, you aint seen nothin' yet!"

Sonntag, 30. Oktober 2011

A better life



Story: Determined to move out of the city in order to get his teenage son, Luis (José Julián), away from gangs and into a decent school, an East L.A. illegal immigrant gardener, Carlos Galindo (Demián Bichir), comes into possession of a truck that allows him to take more gardening jobs, earning a better income. But with immigration agents on every corner and vicious gangsters trying to lure his son into a life of crime, it's all a constant struggle just to survive in such an unforgiving city without being deported. (Wikipedia)

Absolut sehenswerter Film, der das Imigrationsproblem in den USA von einer anderen Seite beleuchtet, nämlich von der Seite der Imigranten. Nachdem wir den Film gesehen hatten, sagte ich: "Scheiß Amis! Zuerst haben sie das Land den Indianern geklaut und jetzt lassen sie niemanden mehr rein. Arrogante Wichser."

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Griechenland, Schuldenerlass, Euro etc.

Zu dem Thema wurde eigentlich schon alles gesagt. Will jetzt auch mal meinen Senf dazu geben, mit einer kleinen Story:

Vor ung. 20 Jahren lebten wir auf dem Lande in der Nähe von Hanau. Wir mieteten dort ein Haus, wo vor uns schon andere gewohnt hatten. Eines Tages kam ein Brief vom Finanzamt, adressiert an einen der Vormieter. Anhand des Namens konnte ich erkennen, dass es ein Grieche war. Aus Neugier machte ich den Brief auf und musste erstmal lachen: es war eine Steuernachzahlungsforderung in Höhe von DM 75.000! Zu zahlen sofort!! Ich zeigte den Brief unserem Vermieter und er sagte nur: "Och der! Der ist schon längst über alle Berge, irgendwo in Griechenland."

Ich war noch nie in Griechenland. Sollte ich jedoch irgendwann mal dort hinreisen, werde ich mich ins teuerste Restaurant begeben. Wenn die Rechnung kommt werde ich sagen: "Ist schon bezahlt ..."

Dienstag, 25. Oktober 2011

Freitag, 21. Oktober 2011

Enda Kenny, Gay Mitchell & The Galway Girl



Gestern stehe ich wie jeden Tag in meiner lane und dudel vor mich hin, als der erste Garda-Officer auf seinem Motorrad an mir vorbeifuhr. Kurze Zeit später tauchten noch mehr von ihnen auf, u.a. auch der oberste Chief-Inspector. Als ich dachte, dass irgendwo eine Bank ausgeraubt worden wäre, kam aus heiterm Himmel (in Irland eher bewölkt) eine Menschentraube von ung. 100 Personen um die Ecke. An der Spitze Enda Kenny und Gay Mitchell. Während die Meute Plakate in die Luft hielt mit Slogans wie "Gay Mitchell for President", schüttelten Enda und Gay jedem, der sich nicht retchtzeitig in Sicherheit bringen konnte die Hände.

Plötzlich standen sie alle vor mir und Enda sagt: "Give me the Boss!"

Ich sag: "Sorry, but I don't do any Bruce Springsteen. How about the Galway Girl?"

Begeisterte Zustimmung und los gings in die erste Strophe bis über in den Refrain. Local Authorities und Fine Gael Anhänger sangen zusammen Day -I-ay-I-a. Danach gab's €10 von Enda, €2 von Gay, €5 Euro von jemand anderem und etliche Euros vom Rest der Fangemeinde.

So schnell sie gekommen sind, waren sie auch wieder weg!

A day in irish life ...

Funeral-queue for a self-murderer Part II

Ich muss nachsitzen: Der Tote, um den es im vorigen Post ging war nicht der Künstler aus Ennis, sondern irgend ein hohes Tier aus Milltown Malbay. Deshalb auch die vielen Leute!

Der "junge Künstler", den ich meinte wurde schon letzte Woche beerdigt. Es Handelt sich hier um Paddy Hasset. Gestern erfuhr ich Einzelheiten. Paddy war ein Multitalent: Bildhauer, Musiker, Farmer und sehr intelligent. Leider hatte er auch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Er war Patient im mental hospital und nahm Antidepressiva.

Vor ung. drei Wochen beschloss Paddy abzutreten und erhängte sich in seinem Haus. Er hing dort zwei Wochen! Der Vater fand ihn, als Paddy seine Anrufe nicht beantwortete.

Das Besondere für mich an der ganzen Sache: Ich kannte Paddy und berichtete schon über ihn am 14. März 2010 unter Ennis Chronicles!

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Funeral-queue for a self-murderer

Dieser Tage hat sich ein junger Künstler aus Ennis den Rest gegeben: Selbstmord! Auf dem Weg zum Aldi fuhr ich am Beerdigungsinstitut vorbei. Die Schlange der Kondolenzwilligen ging die Straße runter, fast bis zum Aldi ... ung. 500 Meter!

Das muss man sich mal vorstellen: all diese Leute sprechen gerade den Familienangehörigen ihr Beileid aus und erhaschen einen letzten Blick auf den Toten. Das wird bis Mitternacht so weitergehen. Eine harte Belastungsprobe für die Familie!

Danach geht die Prozession quer durch die Stadt zum Friedhof. Was für eine Tortour!

Montag, 17. Oktober 2011

Goldener Oktober ... aber nicht in Irland!


So sieht das Wetter z.Zt. in weiten Teilen Deutschlands aus.


So sieht's bei uns aus, wenn ich aus dem Fenster schaue! Regen und heftige Sturmböen bei 14°.

Der Tag fing eigentlich ganz gut an. Deshalb machte ich mich auch auf die Socken und spielte 2 Stunden in der lane. Es dauerte nicht lange, dann ging's rund. Mir sind fast die Schirme weggeflogen! Plötzlich war niemand mehr unterwegs, die Straßen wie leergefegt. Um 12.00 Uhr packte ich meinen Krempel zusammen. Die Fahrt auf dem Fahrrad nach Hause war richtig spaßig: Gegenwind peitschte mir den Regen ins Gesicht. Innerhalb von Sekunden war ich durchnässt!

Zuhause machte ich mir erstmal eine heiße Tasse Tee und den Kamin an. Bei dem Wetter wollen noch nicht mal der Kater und die Hunde raus! Später müsste ich nochmal in die Stadt ein paar Besorgungen machen. Das verschieb ich wahrscheinlich dann doch auf Morgen.

Normalerweise haben wir so ein Wetter erst im November. Aber was ist denn heutzutage noch normal in diesem Land? Normal wurde aus dem Register gestrichen! Gibt's nicht mehr.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Samstag, 15. Oktober 2011

Anonyme Kommentare

... gehen ab heute nicht mehr. Wer hier kommentieren möchte, muss sich schon ein Google-Konto zulegen. Für die Dumpfbacken da draußen: Euer Google-Nick muss der gleiche sein wie damals im Dunpfbackenforum und jetzt im Loserforum (ich bin sentimental) ... hier gehts zum Anmeldeformular. Ansonsten verpisst euch!


Bye bye ...

Freitag, 14. Oktober 2011

Pets


Marley


Jamie


Lizzie


Lua, Mika & Lizzie

Dienstag, 11. Oktober 2011

Samstag, 8. Oktober 2011

Blackthorn





James Blackthorn, ein alter Gringo, lebt friedlich in den Tälern von Bolivien. Er züchtet Pferde und ist mit einer Eingeborenen liiert. Er merkt, dass er alt wird und möchte zu Hause, in den Vereinigten Staaten, seine letzten Jahre verbringen. Sein eigentlicher Name ist Butch Cassidy; die Leute, die sich überhaupt noch an diesen legendären Gesetzlosen erinnern, halten ihn für tot.

Als er das Hochplateau auf seinem Weg in die alte Heimat überquert, begegnet er einem spanischen Mineningenieur, deutlich jünger als er, der nach einem Minenraub auf der Flucht ist. Da er Geld braucht, begleitet ihn Blackthorn auf dessen Flucht quer durch Bolivien. In der Härte und Einsamkeit der Wüste werden die Männer Freunde. Aber sie werden gejagt, und als sie im Niemandsland der Grenze von vielen Bewaffneten gestellt werden, müssen sie ihre wahren Beweggründe offenbaren.

Der Film ist weniger am Narrativen oder gar an Action interessiert als am Vorführen der wunderbaren bolivianischen Weiten und der Präsentation von Sam Shepards ergrauter, lakonischer Gegenwart. (Quelle: Wikipedia)

Prädikat: Empfehlenswert!

Dienstag, 4. Oktober 2011

Sonntag, 2. Oktober 2011

Good morning!

Sonntag. Töchterchen und Enkelchen sind zu Besuch in Oireland. Machen uns einen schönen Tag mit Spaziergängen, Essen, Kaminfeuer, Reden, Wein. Wetter ist Scheiße wie immer. Egal! Life is great! Wünsche ein schönes WE ...

Donnerstag, 29. September 2011

When you got nothing, you got nothing to lose ...

Bekanntes Sprichwort. In diesem Fall könnte es sich bewahrheiten (wer bis zu Ende liest ist klar im Vorteil). Gottseidank hab ich kein Haus und nichts, das man mir wegnehmen könnte ... halleluja!

Die Story von unseren Ex-Landlords

Unsere Ex-Vermieter David und Anette sind nette Leute. Sie haben drei Söhne und vier Häuser. Er ist event-manager, sie arbeitet in der Touri-Branche für eine englische Firma. In Zeiten des keltischen Tigers kauften sie vier Häuser ... auf Pump. Wahrscheinlich dachten sie, die Preise würden ewig steigen und sie könnten nach ein paar Jahren mit Gewinn wieder verkaufen. Doch der Schuss ging nach hinten los!

Beispiel: das Haus in dem wir wohnten. Wohnzimmer, fünf Schlafzimmer (davon eines ensuite), große Küche mit Essbereich, großes Badezimmer, Gäste-WC, Wintergarten, großer Garten. Gesammtwohnfläche fast 200 m2! Teuer zu Heizen, da nur Öl. Im letzten Winter betrug unsere Ölrechnung €1.200! Für irische Verhältnisse ist das sehr viel.

David und Anette wollten das Estate-Haus schon vor zig Jahren für €430.000 verkaufen. Nachdem es jahrelang leer stand, entschieden sie sich es zu vermieten. Wir wohnten dort drei Jahre. Aus irgendeinem Grund versuchten sie es dann noch mal, für €330.000. Hat nicht funktioniert (oh Wunder!). Danach ging es runter auf €220.000. Und siehe da, es fand sich ein Interessent. David gab uns Bescheid das Haus wäre verkauft. Die Verträge wären unterzeichnet, die Anzahlung gemacht. Ich fragte ihn, ob das sicher wäre und was er denn machen würde wenn wir ausziehen und er es dann doch nicht verkaufen könnte. Antwort: We'll be fucked! Aber wir hätten genügend Zeit und müssten nicht sofort ausziehen. Was er jedoch wirklich meinte war, dass er bis zum letzten Tag die Miete aus uns rauspressen wollte.

Wir zogen innerhalb zwei Wochen aus.

Das Haus wurde nicht verkauft. Der Käufer machte einen Rückzieher und kaufte stattdessen ein billigeres Haus in der Nachbarschaft. Jetzt sind David und Anette am rotieren! In Zeiten der Rezession mit vier Häusern, die alle abbezahlt werden müssen verbringt man die eine oder andere schlaflose Nacht. Trotzdem fährt David einen dicken, funkelnagelneuen BMW. Ich fragte unseren ehemaligen Nachbarn: wie machen die das? Der Nachbar meinte: I don't have a clue ... They are still climbing the social ladder I guess.

David und Anette sind ein gutes Beispiel für die Sorte von Iren, die trotz Krise krampfhaft an ihrem Lebensstil festhalten. Auch wenn das eine Krise in der eigenen Ehe bedeutet.

Mittwoch, 28. September 2011

Irland ... die Weite der Landschaft ... oder?




Die Weite der irischen Landschaft, das Meerespanorama des Atlantiks, der weit offene Raum der Berge ... lese ich gerade auf Walkmans page. Nicht das erste Mal. Kennt man ja. Kommt einem vor wie der Sermon bei einer Sonntagspredigt. Und dann diese Kommentare: wunderschön, treffend, gibts nichts hinzuzufügen, Sehnsucht, Zugehörigkeit, Seele, Geborgenheit blablabla ...

Das Schönste ist aber der Satz:
Manche Hartherzigen halten Sehnsucht für Schwäche.
Ok, dann schauen wir uns doch erst Mal die Europa Karte an. Wenn man das Inselchen Irland mit dem Rest von Europa vergleicht, wirkt es relativ klein. Irland hat eine Größe von 70.280 km2. Frankreich hat 544.000 und Spanien 505.000 km2. Deutschland 357.000. Frankreich ist also sieben Mal größer als Irland.

Oder nehmen wir mal die USA mit einem Staatsgebiet von 9.826.630 km2. Irland würde also fast 140 Mal reinpassen! Russland, mit einer Fläche von 17.075.400 km2, das größte Land der Erde würde Irland 243 Mal schlucken!

Steht man am Rande des Grand Canyon oder im Monument Valley, weiß man was Weite der Landschaft bedeutet. DAS nenne ich "grenzenlos".

Dagegen ist
Irland ein Inselchen unterteilt in private Parzellen, Naturparks und Golfplätze. Dort kann man sich innerhalb festgelegter Grenzen frei bewegen. Nach ein, zwei Tagen hat man auch das größte Naturschutzgebiet erkundet. Danach fährt man mit dem Auto woanders hin.

Was soll also dieses überzogene Gelaber von wegen "Die Weite der irischen Landschaft"?

Meiner Meinung nach ist das nichts anderes als Publicity des Wanderpredigers. Teil seiner Marketing Strategie, die

a. Noch mehr Teutonen-Romantiker nach Irland locken soll
b. Das eigene Business am Laufen hält

Der deutsche Trekking-Touri, in seinem funkelnagelneuen Outdoor-Outfit läuft ein bisschen durch die Gegend. Zuhause erzählt er dann von der Weite der irischen Landschaft, von Ruhe, Mystik und Seelenfrieden. Ein Erlebnis der ganz besonderen Art für Herr und Frau Kunze aus Kleinquetschemommbach ...

Montag, 12. September 2011

The Guard - Ein Ire sieht schwarz


Klick Bild!

Inhalt: Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) ist ein Kleinstadt-Cop in Irland mit einer gewöhnungsbedürftigen Persönlichkeit, einem seltsamen Sinn für Humor, einer sterbenden Mutter und einem Hang zu Prostituierten. Da geht es ihm gewaltig gegen den Strich, dass plötzlich der FBI-Agent Wendell Everett (Don Cheadle) in seine Routine hineinplatzt, um mit ihm gemeinsam gegen einen internationalen Drogenring zu ermitteln. (filmstars.de)

Lustiger Film! Sehenswert. Es sind vor allem die kleinen Details, die einen Einblick darüber geben wie Iren sind. Sehr realistisch. Vor allem auch das Wetter. Nix mit Sonnenschein, so wie in vielen Werbeclips, Prospekten oder Postkarten dargestellt, sondern so wie es wirklich ist: Pisswetter!

Habe nicht gezählt wie oft fuck, fuckin', fuck off oder fuck you zitiert wurde. Wäre aber interessant zu wissen.

Wer also noch nie in Irland war und wissen möchte wie es dort abgeht, sollte sich diesen Film reinziehen. Aber bitte in Originalton!