Donnerstag, 5. August 2010

Musik: Die Anfänge




Will heute mal über Musik reden. Bands, Musiker und Gitarristen, die mich in meinem bisherigen musikalischen Leben stark beinflusst haben.

Ich war 14 als ich anfing Gitarre zu spielen. Eigentlich hatte ich garkeine Lust dazu aber mein Vater sagte er hätte gehört, dass in der Nachbarschaft jemand Gitarre unterrichten würde. Da ich kurz vorher rein Zufällig eine Gitarre gekauft hatte, war es naheliegend zu lernen wie man sie spielt. Also ging ich irgendwann mal rüber ohne zu ahnen, dass damit die Weichen für mein zukünftiges Leben gestellt wurden.

Thomas (Thommy) Weber hieß mein Gitarrenlehrer. Er spielte hervorragend, war ein guter Pädagoge und konnte einem wirklich was beibringen. Ich kann mich nicht erinnern, dass er in den anderthalb Jahren Unterricht jemals ungeduldig oder gar sauer wurde. Er war einer von zwei Gitarristen der Band Scaramouche, die damals lokal sehr erfolgreich war. Sie spielten u.a. Sachen von Yes, Led Zeppelin, Queen sowie Eigenkompositionen. Thommy selbst komponierte ein Stück auf der 12-Saitigen Gitarre mit dem Titel Easy Air On My Mind. Ich lernte diese Nummer innerhalb kürzester Zeit sowie Stairway To Heaven von Led Zeppelin, das ich bis heute noch genauso spiele. Kann mich noch an die erste Unterrichtsstunde erinnern. Thommy zeigte mir ein paar Akkorde und eine einfache Anschlagtechnik. Ich ging nach Hause und machte mein erstes Lied daraus. Von Anfang schrieb ich meine eigenen Songs. Ich war total verstrahlt. In der nächsten Stunde lernte ich den Blues oder bessergesagt das 12-taktige Blues-Schema. Danach ging's Schlag auf Schlag. Meinen ersten richtigen Song mit englischem Text und trallalla schrieb nach ungefähr drei Wochen. Er hieß Marnies und ich sang Englisch. Ich wusste zwar nicht genau was ich da sang aber Hauptsache es reimte sich!

Irgerndwann kaufte ich mir eine neue Gitarre. Für fünhundert Mark beim Musikhaus Bayer in Hanau. Es war ein wunderschöne 12-Saitige Luxor. Mein Vater war mit dabei und bezahlte. Rein zufällig vielen mir beim Durchstöbern der Schalplatten zwei Scheiben von Leo Kottke in die Hände: 6&12 String Guitar und Mudlark. Ich hatte noch nie von einem Leo Kottke gehört aber auf dem Cover stand was von Gitarrenmusik, also her damit. Es passieren machmal ganz entscheidende Sachen im Leben. Dinge die einen prägen. Zuhause angekommen legte ich die Platten auf und konnte einfach nicht glauben was ich da hörte! Ich war absolut fasziniert. Die nächtsen 20 Jahre sollte Leo mein Gitarrengott sein. Seine Musik hat mich in dieser Zeit kein einziges mal gelangweilt. Ich baute mein musikalisches Leben um Leo und spiele heute noch seine Stücke wie damals.

Als ich dann in der nächsten Unterrichtsstunde Thommy eine Nummer vorspielte, die ich unbedingt lernen wollte sagte er, das wäre unmöglich weil da mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Gitarristen spielen würden. Ich glaubte ihm auf's Wort, denn genauso hörte es sich an. Selbst Eric Clapton galubte das: als man ihm das erste mal Leo Kottke vorspielte soll er gesagt haben "Great! Who are those three?!" In meinem Fall ging es um Eight Miles High von Golden Earing, einer Coverversion gespielt von Leo auf Mudlark. Später sah ich Leo das erste mal live. Er spielte Eight Miles High wie auf der Platte ... alleine! Damit war der Zeitpunkt gekommen, mich als Gitarrenschüler von Thommy zu verabschieden. Er konnte mir nicht mehr das beibringen, was ich unbedingt lernen wollte: Fingerpicking im Stile von Leo Kottke.

Es gab jedoch nur sehr wenig Möglichkeiten so etwas zu lernen. Nicht so wie heute, wo man sich alles aber auch wirklich alles aus dem Internet besorgt. Wenn man Glück hatte, lernte man jemand über eine Anzeige kennen, mit dem man dann Gitarrentabulaturen austauschte. Oder man besorgte sich das Gitarrenbuch von Peter Bursch (dem damaligen Gitarrenlehrer der Nation). Sein Gitarrenbuch war gemessen an dem was es damals gab eine Sensation. Es enthielt Lieder von Neil Young, Donovan, Bob Dylan sowie instrumentale Stücke wie Anji von Davey Graham und Alices Restaurant von Arlo Guthrie. Hinten drin war so eine biegbare Schalplatte mit Soundbeispielen. Wie gesagt, eine Sensation.

Nachdem ich die Grundtechnik des Fingerpickings begriffen und gelernt hatte, fing ich an Leos Sachen von der Platte runterzuhören. Eine höchst schwierige Aufgabe, bei der jedoch mein musikalisches Gehör exzellent geschult und geschärft wurde. Den Schalplatten tat es allerdings nicht so gut. Mit der Zeit wurden sie von dem ständgen Wechsel des Tonarmes total zerkratzt. Das erste Instrumentalstück, das ich runterhörte war Cripple Creek. Der allererste Song war Father and Son von Cat Stevens. Beides spiele ich heute noch genau so wie damals.

Ich hörte Musik von Neil Young, CSN&Y, Cat Stevens, Pink Floyd, Led Zeppelin, Hendrix, Yes, Fleetwood Mac, Eagles, Allman Brothers Band, Eric Clapton, Jackson Browne, James Taylor etc. Sachen, die jeder von uns so hörte. Blues, Jazz und Klassik. Doch vor allem akustische Gitarrenmusik von Leo Kottke, John Fahey, Peter Lang, Duck Baker, John Renbourn. Die deutschen Gitarristen Werner Lämmerhirt und Peter Finger, den Tschechen Sammy Womacka vom deutschen Plattenlabel Stockfisch. Klassische Gitarrenmusik interpretiert von John Williams und Julian Bream. Nicht zu vergessen Andres Segovia! Steven Grossman mit seinem Kicking Mule Label war auch sehr wichtig. Er war derjenige, der Gitarrentabulaturen im großen Stil international herausbrachte. Am schönsten waren die Schallplatten mit im Cover enthaltener Tabulatur. Das waren richtige Kunstwerke. Ich denke, dass man heutzutage für so ein Original richtig viel Geld bezahlt. Ich hatte einen ganzen Schrank voll davon!

Einige meiner Lieblingsplatten damals:

Alles von Leo Kottke
Harvest - Neil Young
Four Way Street - CSN&Y
Alle Pink Floyd Scheiben!
Dancing in The Dragons Jaws - Bruce Cockburn
L.A. Turnaround - Bernd Jansch
Yellow Jackets (die erste)

Das alles passierte im Zeitraum 1977 - 80. Yeah baby, those were the days ... Fortsetzung folgt!

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